DIE BLUTNACHT AUF DEM SCHRECKENSTEIN oder RITTER ADOLARS BRAUTFAHRT UND IHR GRAUSIGES ENDE oder DIE WAHRE LIEBE IST DAS NICHT
IN DER PAPIERFABRIK DACHAU mit Dachauer Schauspielern und Bürgern.
Hierzu ein Artikel der Süddeutschen Zeitung:
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/landkreis-dachau-fremde-naehe-1.1275249
Radiobeitrag BR2: http://www.br.de/radio/bayern2/programmkalender/sendung324712.html
Sonntag, 01.07.2012 / 13:30 bis 14:00 Uhr
PREMIERE
Donnerstag, 5. JULI 2012, Beginn: 20.30 Uhr
(Einlass: 19.30 Uhr).
Weitere Vorstellungen am Freitag, 6. JULI und
Sonntag, 8. JULI 2012.
ORT: MD-Papierfabrik Dachau/Ostenstraße 5/85221 Dachau (regensicher/überdacht).
KARTENVORVERKAUF
Bei allen VVK-Stellen von MünchenTicket http://www.muenchenticket.de/search.jsp?text=Blutnacht
u. a. Touristinformation Dachau
MITWIRKENDE
Dominik Härtl, Eduard Hörl, Ernst Konwitschny, Stefan Krühler, Markus Kurbanoglu, Angelika Mauersich, René Rastelli, Stummer Büßer, Claus Weber, Verena Wildmoser, Ingrid Zellner und andere Dachauer Bürger.
Nähere Informationen zum Inhalt des Stückes und zur Aufführung unter THEATER IN DER PAPIERFABRIK und facebook https://www.facebook.com/events/183441895105866/
3/30/2012
THEATER IN DER PAPIERFABRIK DACHAU
"DIE BLUTNACHT AUF DEM SCHRECKENSTEIN ODER RITTER ADOLARS BRAUTFAHRT UND IHR GRAUSIGES ENDE"
Am 13. Juni 1943 fand auf dem „Kleinen Appellplatz“ des Konzentrationslagers Dachau die wohl groteskeste Freilichttheaterpremiere des 20. Jahrhunderts statt. Eine Gruppe von österreichischen, deutschen und tschechischen Häftlingen um den Journalisten Rudolf Kalmar und den Schauspieler Erwin Geschonneck spielten vor Häftlingen und SS das im Lager von Kalmar verfasste Stück „Die Blutnacht auf dem Schreckenstein oder Ritter Adolars Brautfahrt und ihr grausiges Ende oder Die wahre Liebe ist das nicht“. Das Stück – vordergründig ein Ritterspektakel im Stil der Tiroler Pradler Ritterspiele, bei denen traditionell viele Köpfe rollten – war als verdeckte Hitler-Persiflage geschrieben und gespielt, die die Häftlinge verstanden, die anwesende SS aber nicht. Die beteiligten Häftlinge nutzten in jenem Sommer 1943 die Gunst der Stunde, dass zur sog. „Hebung der Arbeitsproduktivität der Häftlinge“ kurzzeitig kulturelle Aktivitäten im Lager erlaubt waren, zur Hebung der politischen Durchhaltemoral der Mithäftlinge.Die freie Regisseurin Karen Breece führt das von ihr 2008 ins Leben gerufene Dachauer Freilichttheater im Rahmen des diesjährigen Dachauer Musiksommers auf neue Wege – sowohl was den Stoff als auch den Spielort betrifft. Das Ensemble um die Regisseurin, das aus Schauspielerinnen und Schauspielern von Dachauer Theatergruppen sowie Dachauer Bürgerinnen und Bürgern besteht, wird sich auf dem Gelände der historischen Papierfabrik Dachau mit der „Blutnacht auf dem Schreckenstein“, ihrer Entstehungsgeschichte und ihrem Entstehungskontext, sowie mit den Biographien und Erinnerungen der Mitwirkenden der Aufführung von 1943 auseinandersetzen.
Erzählt wird von Haltung, Mut und Widerstand der Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau. Erzählt wird von der Kraft der Kunst und des Geistes, die selbst unter den Bedingungen des Terrors nicht erstickt werden konnten. In den realen ‚Blutnächten’ von Dachau hat die SS auf grausame Weise unzählige Häftlinge getötet, den Geist der Häftlinge konnte sie jedoch nicht töten. Erzählt wird aber auch von den Menschen, die heute an diesem Ort Dachau leben und einen persönlichen Umgang mit der Geschichte suchen und ihre persönlichen Fragen dazu stellen.
„Wie viele von denen, die an jenem Abend hinter den Reihen der SS saßen und von ganzem Herzen lachten, haben den Tag der Freiheit nicht mehr erlebt. Aber die meisten unter ihnen nahmen von dieser Demonstration Kraft mit, ihre Lage zu ertragen. Wie viele von denen, die das Stück auf einem Pulverfass spielten, haben den Faschismus überlebt? Einige wenige. Aber sie hatten die Gewissheit, als sie in der Nacht auf ihren Holzpritschen lagen: Wir haben etwas getan, was den Kameraden Kraft gibt. Wir haben die Nazis lächerlich gemacht!“ (Erwin Geschonneck)
Radiobeitrag BR2: http://www.br.de/radio/bayern2/programmkalender/sendung324712.html
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