2025-2027 UND ENDLICH (UA)

2022-2023 WIEN'S ANATOMY (UA)


„NA GEH, SIE SIND GESUND! EINMAL IN DEN WIENERWALD SPAZIEREN GEHEN UND DAS WAR’S MIT IHRER ERSCHÖPFUNG!“

VOLKSTHEATER WIEN
In den Bezirken

Idee/Konzept, Text und Regie: Karen Breece
Bühne: Eva Veronica Born
Kostüm: Teresa Vergho 
Video Art: Ulrike Schild, Max Hammel
Dramaturgie: Lisa Kerlin

Stellen Sie sich vor, Sie hatten vor einigen Wochen eine Virusinfektion. Vielleicht Pfeiffersches Drüsenfieber oder Covid-19 und vielleicht verlief alles vergleichsweise mild. Doch so richtig erholen Sie sich nicht und die Symptome bleiben. Nach einem Ärztemarathon bekommt Ihr Zustand endlich einen Namen, den Sie mehrfach googeln müssen: Myalgische Encephalomyelitis mit chronischer Fatigue. Kurz: ME/CFS. Und dennoch gibt es keine Hilfe, keine Medikamente, keine Forschung, dafür aber jede Menge Gaslighting.

In so einer Situation wünschen Sie sich nichts sehnlicher als den genialen Dr. House, den zugewandten Professor Brinkmann oder Dr. Quinn – Ärztin aus Leidenschaft, die frei von Zeitdruck praktizieren und nicht an überfüllten Wartezimmern verzweifeln…

In WIEN’S ANATOMY untersucht Regisseurin und Autorin Karen Breece das österreichische Gesundheitssystem. Ihr Fokus gilt dabei denen, die aufgrund der chronischen Krankheit ME/CFS durch alle wirtschaftlichen Raster fallen - den mild/moderat, Schwer- bis Schwerstbetroffenen - weil sich ihre Behandlung finanziell nicht lohnt und sie ökonomisch nicht verwertbar sind. 

Was geschieht mit diesen Menschen und wie sehr verschärft sich die Situation, wenn die Zahl der Long-Covid-Patient*innen weiter ansteigt? Die Pandemie hat schmerzhaft verdeutlicht woran das österreichische Gesundheitssystem seit Jahren krankt: Überfüllte Spitäler, Praxissterben, Pflegenotstand, ...

In aufwendigen Recherchen sammelt Karen Breece Geschichten von Patient*innen, die hinter den Türen ihrer Schlafzimmer oder Pflegeeinrichtungen vergessen werden, und von Pfleger*innen und Familien, die sich oft unter ausbeuterischen Bedingungen um sie kümmern. Nach intensiven Gesprächen und Interviews mit Menschen aus der Pflege, Medizin und Politik und nach unzähligen Episoden Schwarzwaldklinik gibt Karen Breece in WIEN’S ANATOMY gemeinsam mit Betroffenen, Alltagsexpert*innen und Schauspieler*innen diesen Geschichten eine Bühne.

In ihren vielfach gefeierten Inszenierungen schafft es Karen Breece, hochkomplexe Themen auf unvergleichliche Weise zugänglich zu machen. WIEN’S ANATOMY ist ihre erste Arbeit in Österreich.

Expert*innen des Alltags: NATHALIE COLLEEN und MARTIN BRANDAU 

Es spielen: Irem Gökcen, Martina Spitzer, Werner Strenger

3sat Kulturzeit: Kulturzeit 19.10.22 "Wien's Anatomy" - YouTube


ROSA
                                         



                        v.l.n.r.: Werner Strenger, Martina Spitzer, Martin Brandau, Irem Gökcen, Nathalie Colleen


                                                                             v.l.n.r.: Martin Brandau, Irem Gökcen


                                                Irem Gökcen

                                          v.l.n.r.: Werner Strenger, Martina Spitzer

                                                        Bildrechte: Eva Veronica Born, Karen Breece

„NA GEH, SIE SIND GESUND! EINMAL IN DEN WIENERWALD SPAZIEREN GEHEN UND DAS WAR’S MIT IHRER ERSCHÖPFUNG! IN EIN BIS ZWEI MONATEN WIRD IHR KRANKENGELD EH GESTRICHEN, DAFÜR HABENS NICHT DIE RICHTIGE DIAGNOSE; DIESE KRANKHEIT GIBT ES NICHT.“

An der Gesundheit des Menschen klebt ein Preisschild. Der Neoliberalismus macht auch vor der gesellschaftlichen Daseinsvorsorge keinen Halt: Überfüllte Spitäler, Praxissterben, vernachlässigte Patient*innenrechte, Zwei-Klassen-Medizin und Pflegenotstand sind auch in Österreich die Folge. Das Gesundheitssystem ist erkrankt. Es scheint so, als würden Profit und Kostendruck unsere gesundheitliche Versorgung maßgeblich beeinflussen. In Zukunft werden immer weniger Menschen die Möglichkeit auf eine gerechte und bezahlbare Behandlung haben.
Die Regisseurin und Autorin Karen Breece seziert das österreichische Gesundheitssystem. Ihr Fokus gilt dabei den Menschen, die aufgrund einer chronischen Krankheit durch alle wirtschaftlichen Raster fallen, weil sich ihre Behandlung finanziell einfach nicht lohnt, sie ökonomisch nicht mehr verwertbar sind. Was geschieht mit diesen Menschen und wie sehr wird sich die Situation verschärfen, wenn die Zahl der Long-Covid-Patient*innen weiter steigt?
In ihren aufwendigen Recherchen sammelt Karen Breece Geschichten von den Vergessenen und Verlassenen der sich ausbreitenden Zwei-Klassen-Medizin; von Patient*innen, die hinter den Türen ihrer Schlafzimmer oder von Pflegeeinrichtungen verschwunden sind; und von Pfleger*innen und Menschen, die sich oft unter selbstausbeuterischen Bedingungen um sie kümmern. Darüber hinaus führt sie Gespräche mit Expert*innen aus Medizin, Forschung und Politik, um die Symptome des erkrankten Gesundheitssystems zu diagnostizieren.
Gemeinsam mit Alltagsexpert*innen und Schauspieler*innen gibt sie diesen Fragen und Geschichten eine Bühne und eröffnet einen künstlerischen Dialog. In ihren Inszenierungen schafft es Karen Breece, auf unvergleichliche Weise hochkomplexe Themen zugänglich zu machen und große Fragen über persönliche Geschichten zu stellen. WIEN’S ANATOMY ist nach Arbeiten unter anderem am Berliner Ensemble und an den Münchner Kammerspielen ihre erste Produktion in Österreich. Dank der – zugegebenermaßen unfreiwilligen Verschiebung – auf diese neue Spielzeit, hatte Karen Breece die Möglichkeit ihre Recherche noch umfassender zu betreiben und ist dabei mit Dutzenden von Menschen aus Deutschland, der Schweiz und aus Wien und Umgebung in Kontakt getreten. Die Geschichten, auf die sie dort gestoßen ist, können Sie in unserer Eröffnungsproduktion in den Bezirken nun hautnah miterleben.




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