2018 ORADOUR




























  























Fotos: Lothar Reichel  


Am 10. Juni 1944, vier Tage nach der alliierten Landung in der Normandie, verüben Soldaten der 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“ im französischen Oradour-sur-Glane das zahlenmäßig größte deutsche Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs in Westeuropa. Die rund 150 Tatbeteiligten ermorden 642 Einwohner des Dorfes. Die Männer werden erschossen. Die Frauen und Kinder, die mehr als die Hälfte der Opfer ausmachen, werden in einer Kirche zusammengetrieben, die von den deutschen Soldaten beschossen und in Brand gesetzt wird. Viele von ihnen verbrennen bei lebendigem Leib. Bis heute musste sich keiner der Täter vor einem bundesdeutschen Gericht verantworten.

In dem Theaterprojekt ORADOUR begibt sich die Regisseurin Karen Breece auf die Suche nach den Konsequenzen des Massakers für die Opfer, die Tatbeteiligten und ihre Nachfahren. Gleichzeitig reflektiert ORADOUR unseren heutigen Umgang mit der deutschen NS-Geschichte: Gibt es gegenwärtig einen Überdruss an der Aufarbeitung des Vergangenen? Wie können sich die Generationen der Gegenwart überhaupt von Verbrechen ihrer Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern betroffen fühlen? Sollte nicht langsam Gras darüber wachsen? Auf der Grundlage ihrer einjährigen Recherche hat Karen Breece aus Ermittlungs- und Gerichtsprotokollen sowie aus Gesprächen mit Zeitzeugen und Nachfahren von Opfern und Tätern einen Theatertext geschaffen. Dieser bildet den Ausgangspunkt für eine Reihe fiktionaler Spielszenen, die die Regisseurin gemeinsam mit ihren Schauspieler*innen Katja Bürkle und Benny Claessens im Zuge der Proben entwickelt hat. Zwischen Schwierigkeiten des Erinnerns und der Unmöglichkeit des Vergessens. Zwischen der Absurdität der Realität und der Unzulänglichkeit ihrer Repräsentation. Zwischen einer unmöglichen Vergangenheit und einer unmöglichen Gegenwart.


Mit KATJA BÜRKLE und BENNY CLAESSENS

Recherche, Text und Regie KAREN BREECE 
Musik BENI BRACHTEL 
Bühne MELINKA PIXIS 
Kostüme TERESA VERGHO
Licht MAX KRAUßMÜLLER 
Video JENS BASSFELD 
Jagdhorn CHRISTIAN FATH
Video- und Lichttechnik DIANA DORN
Tontechnik FLORIAN WESTERMEIER
Co-Recherche TOBIAS SCHNEIDER
Dramaturgie TOBIAS STAAB 
Historische Beratung DR ANDREA ERKENBRECHER 
Regie- und Produktionsassistenz JAN TERMIN 
Probenfotos LOTHAR REICHEL
Pressearbeit KATHRIN SCHÄFER Kultur PR 

Eine Koproduktion mit den Münchner Kammerspielen. 
In Kooperation mit dem Institut francais München, dem NS-Dokumentationszentrum München und dem Theater HochX. 

Mit freundlicher Unterstützung der Landeshauptstadt München Kulturreferat, des Bezirk Oberbayern und des Goethe-Institut München 

KRITIKEN
"DAS ERBE DES GRAUENS" von Egbert Tholl / Süddeutsche Zeitung http://www.sueddeutsche.de/kultur/theater-das-erbe-des-grauens-1.3871035

"STRAFARBEIT FÜR ZWEI ENGEL" von Sabine Leucht / nachtkritik
https://nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=15011:oradour-die-deutsch-amerikanische-regisseurin-karen-breece-untersucht-im-muenchner-hochx-mechanismen-des-gedenkens&catid=38&Itemid=40

VORBERICHT: "ORADOUR: ERINNERUNGSKULTUR" von Silvia Stammen
Münchner Feuilleton 
http://muenchner-feuilleton.de/2018/02/11/karen-breece-oradour-hochx/


Foto: Karen Breece